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The Diary Of A CEO·December 18, 2025

Yoshua Bengio: Wir haben 2 Jahre, bevor sich alles ändert

Der meistzitierte KI-Wissenschaftler auf Google Scholar und Turing Award-Gewinner warnt vor agentic KI-Risiken, warum Regulierung schwächer als Lebensmittelsicherheit ist, und was er Sam Altman sagen würde.

Yoshua Bengio: Wir haben 2 Jahre, bevor sich alles ändert

Perspektive

Yoshua Bengio ist einer der drei ursprünglichen "Paten der KI" neben Geoffrey Hinton und Yann LeCun - das Trio, das den Turing Award für ihre Arbeit am Deep Learning gewann. Er ist der meistzitierte Wissenschaftler auf Google Scholar. Wenn er über KI-Risiken spricht, ist es nicht von der Seitenlinie.

Die "2 Jahre"-Rahmung spiegelt Bengios Ansicht wider, dass das Fenster für die Etablierung bedeutungsvoller Governance sich schnell schließt. Dieses Langform-Interview bei Diary of a CEO deckt das volle Spektrum seiner Bedenken ab: agentic KI, die Ziele entwickelt, die wir nicht kontrollieren können, autonome Waffen, die unvermeidlich werden, und Cyberkriminalitäts- und Deepfake-Bedrohungen "bereits im Gange."

Die Regulierungslücke ist deutlich: "KI-Regulierung ist derzeit schwächer als Lebensmittelsicherheitsgesetze." Bengio argumentiert, dass wir Systeme aufgebaut haben, um sicherzustellen, dass Lebensmittel uns nicht töten, aber nichts Vergleichbares für KI-Systeme haben, die weit mehr Schaden anrichten könnten. Der Vergleich ist bewusst provokativ - wir vertrauen KI-Laboren, sich selbst zu regulieren, auf Weisen, wie wir es niemals Lebensmittelherstellern vertrauen würden.

Zu agentic KI speziell sieht Bengio den Shift von Chatbots zu Agents als kritischen Wendepunkt. Systeme, die Aktionen durchführen, Ziele verfolgen und autonom operieren können, führen Risiken ein, die statische Modelle nicht haben. "Diese Systeme können Ziele entwickeln, die mit menschlichen Absichten nicht ausgerichtet sind" - und je fähiger sie werden, desto schwieriger ist Misalignment zu erkennen und zu korrigieren.

Er kritisiert nicht nur - er baut. Bengio gründete LawZero, eine Non-Profit, die sich auf sichere und menschlich ausgerichtete KI-Systeme fokussiert. Das Interview berührt die Psychologie von KI-CEOs - warum sie Systeme bauen, von denen sie privat zugeben, dass sie gefährlich sein könnten - und was er Sam Altman direkt sagen würde.

Für Organisationen, die KI einsetzen, sind Bengios Segmente über Job Displacement besonders relevant: "Jobs werden bereits in alarmierendem Tempo ersetzt." Er diskutiert, welche Fähigkeiten in einem transformierten Arbeitsmarkt wichtig sein werden und warum Anpassung auf sowohl individueller als auch politischer Ebene passieren muss.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Governance-Fenster schließt sich - Wir haben ungefähr 2 Jahre, um bedeutungsvolle KI-Regulierung zu etablieren, bevor Fähigkeiten Aufsicht überholen
  • Regulierungslücke ist schwerwiegend - KI-Aufsicht ist schwächer als Lebensmittelsicherheitsstandards; keine vergleichbaren Tests oder Verantwortlichkeit
  • Agentic KI ändert das Risikoprofil - Systeme, die autonom Ziele verfolgen, können fehlausgerichtete Ziele entwickeln
  • Job Displacement beschleunigt sich - Passiert bereits im Maßstab, erfordert sowohl Policy-Intervention als auch individuelle Anpassung
  • Safety-Forscher bauen, nicht nur warnen - LawZero und ähnliche Bemühungen zielen darauf ab, technische Lösungen neben Governance zu schaffen

Das große Ganze

Der meistzitierte KI-Wissenschaftler schlägt Alarm nicht als Maschinenstürmer, sondern als jemand, der half, die Technologie zu erschaffen. Seine Botschaft: Das Fenster für die Etablierung von Governance wird in Jahren gemessen, nicht in Jahrzehnten. Der Shift zu agentic KI - Systeme, die handeln statt nur zu antworten - schafft neuartige Risiken, für die aktuelle Regulierungs-Frameworks nicht ausgelegt sind.

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